"Cataract" machen die Tanzfläche  zum Schlachtfeld

Ein absolutes Konzerthighlight für Metalfans fand am Samstag in der ausverkauften "Wolfsklause" in Oberwolfach statt. Die Schweizer Metalcore-Szenegröße "Cataract" war zum dritten Mal zu Gast und bot den Zuschauern erneut eine intensive und äußerst energiegeladene Vorstellung.

Den Startschuss zu einem rundum gelungenen Abend gab die Schramberger Band "Fuck You And Die". Der Fünfer mischte verschiedene Elemente aus Deathmetal, Blackmetal und Metalcore zu einem interessanten Metal-Cocktail. Songs wie "Kirche gefüllt mit Pfirsich" hatten zwar nur eine kurze Spieldauer, lebten aber von den trockenen und humorvollen Ansagen von Sänger Roman Hilser. Aber auch musikalische Highlights wie "Veni Vici" hatte die Band bei ihrem unterhaltsamen Auftritt im Repertoire.

Als zweiter Act des Abends enterten "Lower Hell" die Bühne. Die Oberkircher haben sich in den vergangenen Jahren zu einer in der deutschen Szene vielbeachteten Deathmetal-Band entwickelt. Trotz ihres Erfolges werden sich die Jungs demnächst trennen und neue musikalische Wege gehen. Der Auftritt in der "Wolfsklause" war also eine der letzten Möglichkeiten, "Lower Hell" live zu erleben. Welch guten Ruf der Fünfer bei seinen Fans hat, zeigte sich bei den euphorischen Reaktionen zu Stücken wie dem Opener "Asphyxia" oder dem Klassiker "Alchemist Academy". Vor der Bühne ging mächtig die Post ab. Sänger Sven Busam hatte die Menge fest im Griff und lieferte zusammen mit seinen Kollegen einen packenden Auftritt ab. Sahnehäubchen war das abschließenden "Fear My Thoughts"-Cover "Reign", bei dem alle Dämme brachen.

Brechende Dämme ist auch ein gutes Stichwort für den Auftritt des Headliners. Die Metalcore-Helden "Cataract" sorgten vom ersten Song an für unglaublich viel Bewegung vor der Bühne. Die Schweizer knallten den Fans in der rappelvollen "Wolfsklause" eine dynamische Mischung aus Thrashmetal, Hardcore und einer Brise Death Metal um die Ohren, die live an Intensität kaum zu überbieten ist. Der überaus agile Sänger Federico Carminitana animierte den Mob ständig zu Pogo-Höchstleistungen. Bei "On This Graveyard" tickte die Menge erstmals komplett aus und zum Riffmonster "The Separation Of Life And Time" wurde gebangt was das Zeug hielt. Das "Slayer"-lastige "As We Speak" sorgte ebenso für kollektiven Jubel, wie der neue Hit "Reap The Outcasts". "Vanish In The Dark" verwandelte die Tanzfläche in ein Schlachtfeld, auf dem sich für Nicht-Metalfans nur schwer nachvollziehbare Szenen abspielten. Die Band hatte trotz saunaähnlichen Temperaturen sichtlich Spaß auf der Bühne und beglückte die Fans gegen Ende des Gigs mit dem Überhammer "Nothing’s Left". Als Zugabe schüttelten "Cataract" noch ihre Interpretationen von "Angel Of Death" und "The Trooper" aus dem Ärmel und verneigte sich nach einem grandiosen Konzert von den ausgelaugten Fans, welche sich mit tosendem Beifall revanchierten.

Beim nächsten Konzert in der "Wolfsklause" wird es etwas gemächlicher, aber dennoch hochklassig. Am Samstag, dem 12. Februar ist "The Help" zu Gast, die neue Rockband von "Tieflader"-Gitarrist Alex Scholpp und Sängerin Dacia Bridges. Zum Line-Up gehören zudem Star-Bassist Doug Wimbish ("Depeche Mode", "Rolling Stones") und "Fanta 4"-Drummer Flo Dauner.