Packendes Konzert von "The Help" in der "Wolfsklause"

Als Kontrastprogramm zu den vielen Fastnachtsveranstaltungen im Umkreis, war in der "Wolfsklause" in Oberwolfach am vergangenen Wochenende hochkarätige Livemusik angesagt. Die Bands "The Said", "We Are" und "The Help" waren zu Besuch, und Fans der alternativen Rockmusik kamen voll auf Ihre Kosten.

Eröffnet wurde der Abend von "The Said" aus Lahr. Die vier jungen Musiker im Alter zwischen 15 und 21 Jahren, die sich selbst als Grunge-Pop-Band bezeichnen, hatten eine ganze Menge Fans mitgebracht. Schon nach dem ersten Stück hatte wahrscheinlich jeder im Publikum denselben Gedanken: "Hut ab!" In Anbetracht des Alters und der Tatsache, dass die Jungs erst seit knapp einem Jahr zusammen Musik machen, agierten sie schon recht routiniert auf der Bühne. Songs wie "Escape Your Fate" oder "Those Good Old Days" kamen beim Publikum sehr gut an. "The Said" präsentierten eine erfrischende Mischung aus Alternative Rock, Metal und Pop, die mit viel Applaus belohnt wurde.

Als zweite Band an diesem Abend begaben sich die Jungs von "We Are" aus Villingen-Schwenningen auf die Bühnenbretter. Das Quartett um Sänger Daniel Leguy gab hochklassigen Indie-Rock, vermischt mit Post-Punk zum Besten, bei dem man als Zuhörer geradezu gezwungen wurde zum Mitnicken. Hierbei zeigte sich die Band in allerbester Spiellaune, die Songs entpuppten sich gleichermaßen als eingängig und melodisch. Highlights waren Sahnestücke wie "Mute" oder "The Cunts And The Flavour" vom "We Are"-Debutalbum "Phorestal Phonemes". Zum Abschluss des Sets wurde mit "First Song In June fts." noch ein echter Hit auf die Fans losgelassen. Ein toller Auftritt, der zurecht kräftig beklatscht wurde. 

Die "Wolfklause" war mittlerweile sehr gut gefüllt, und vor der Bühne wurde es eng, denn der Headliner "The Help" wurde sehnlichst erwartet. Und der hatte es allein schon von der Besetzung her in sich: Neben der US-amerikanischen Sängerin Dacia Bridges, die den Rockfans aus der Region als Ex-Frontfrau von "Tape" oder "Dacia & The Weapons Of Mass Destruction" ein Begriff ist und dem grandiosen Stuttgarter Gitarristen Alex Scholpp, bekannt durch "Tieflader" oder die "Farmer Boys", gehörten zwei echte Promis zum Bandaufgebot. Zum einen war das Flo Dauner, der Schlagzeuger der "Fantastischen Vier" und zum anderen Doug Wimbish aus den USA, der in seiner langen Karriere bereits für Hochkaräter wie "Depeche Mode", die "Rolling Stones" oder Gitarren-Legende Jeff Beck den Bass zupfte.
Los ging’s mit den beiden flotten Rocknummern "Make Way" und "Whatever", gefolgt vom Ohrwurm "Late Late Show". Die Bühnenshow war ein einziger Genuss, doch nicht nur Sängerin Dacia Bridges zog die Blicke auf sich. Auch die Herren Scholpp, Dauner und Wimbish wussten durch ihre grandiosen Solo-Einlagen zu gefallen. Die facettenreichen Songs, die sich allesamt unter dem Deckmantel der modernen Rockmusik versammelten, begeisterten ebenfalls durch die Bank. Die Rhythmus-Sektion legte einen unglaublich druckvollen Unterbau für Stimme und Gitarre, ein astreiner Sound und eine tolle Stimmung taten ihr übriges für einen perfekten Auftritt. Die Publikumsreaktionen auf Kracher wie "Love Like Blood" oder "Let Me" waren euphorisch. Auch Doug Wimbish wurde für seine mitreißende Gesangseinlage bei "Resistance Of The Cell" mächtig gefeiert. Die sympathischen und blendend gelaunten Musiker rockten sich über "Changing Phase" und "Bump The Grind" nach fast 100 Minuten in Richtung Konzertende. Nach dem finalen "Trance" wurden "The Help" noch mal nach allen Regeln der Kunst bejubelt, ehe sie die Bühne verließen.
Die Fans ließen es sich nach dem Konzert natürlich nicht nehmen, CD´s und Poster signieren zu lassen oder gemeinsam mit ihren Vorbildern ein paar Fotos zu machen. Schließlich trifft man nicht alle Tage solch großartige Musiker.

Das nächste Konzert in der "Wolfsklause" steht am 19. März auf dem Programm. Dann sind die einzigartigen Kölner Alternative-Düster-Psychodelic-Rocker "Geist" am Start. Die Vorband heißt "Gree", spielt gefühlvollen Alternative-Postrock und kommt aus Offenburg/Freiburg.