Ausnahmezustand dank
MACHINEMADE GOD

Beim letzten Konzert im Jahre 2007 haben wir in der Wolfsklause in Oberwolfach noch mal die Metalcore-Axt geschwungen und mit den Bands „Lysis“, „Lower Hell“ und den Szene–Helden „Machinemade God“ ein interessantes Line-Up zusammengestellt.
Meistens hat der Opener die undankbare Aufgabe, das anfangs nicht so zahlreich vorhandene Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen. Nicht so am vergangen Samstag: die Lahrer Metalcore-Fraktion „Lysis“ gab den Startschuss und vor der Bühne ging von Anfang an mächtig die Post ab. Mit Songs wie „1000 Demons Under 13 Suns“ oder „Days Of Grace“ brachten sie die Fans in Fahrt. Dabei fiel es auch gar nicht ins Gewicht, dass die Band an diesem Abend mit nur einem Gitarristen auskommen musste. Der Sound und vor allem der Wechselgesang der beiden Shouter überzeugte. Nach einem kurzen aber kernigen Auftritt verließ der Fünfer die Bühne um Platz zu machen für die zweite Band.


Zu diesem Zeitpunkt mussten wir draußen bereits das "Ausverkauft"-Schild vor die Eingangstore hängen, während drinnen der Konzertraum mittlerweile einer Sauna-Landschaft glich.
Die Metal-Truppe „Lower Hell“ aus Oberkirch, die sich bis vor kurzem noch „Lies Behind The Smile“ schimpfte, legte als zweite Band noch eine Schippe drauf. Der vom Deathmetal beeinflusste Sound kam verdammt gut an und die Burschen präsentierten eine energiegeladene, aggressive Bühnenshow. Melodie und Brutalität gaben sich die Türklinke in die Hand.

Sänger Sven Busam ließ sich in der Pause zwischen zwei Songs auf den Händen der begeisterten Menge bis zur Theke tragen, um dann mit einer Ladung Bier in der Hand über den Köpfen der Fans zurück auf die Bühne befördert zu werden. Das kühle Gebräu wurde natürlich brüderlich mit den Headbangern aus der ersten Reihe geteilt. Nach starken Songs wie „Alchemist Academy“, „Lifelessness“ oder "Funeral Procession“ wurde in der Schlussphase des Gigs zum Gruppenfoto auf die Bühne eingeladen, und somit tummelte sich zwischen Gitarre, Bass und Schlagzeug ein tobender Fan-Mob, der gemeinsam mit der Band den Club zum Wackeln brachten.
Zum Abschluss gab es noch eine „Wall of Death“. Der Schweiß floss so sehr, dass die Bühne in der Pause trocken gewischt werden musste.

Nun kam es zum Höhepunkt des Abends. Mit der Essener Metalcore-Band „Machinemade God“ hatte die Wolfsklause eine Kapelle an Land gezogen, die in ihrem Genre absolute internationale Klasse verkörpert. In Clubs und auf Festivals in ganz Europa teilten sich die Jungs bereits mit Größen wie "Caliban", "Heaven Shall Burn" oder "As I Lay Dying" die Bühne. Sowohl musikalisch, als auch in puncto Stage-Acting bewegen sich die fünf Mannen aus dem Ruhrpott auf einem sehr professionellen Niveau.
“Machinemade God“ enterten gegen Mitternacht unter tosendem Beifall die Bühnenbretter. Sogar aus Frankreich waren Musikbegeisterte nach Oberwolfach gepilgert, um ihre Helden erleben zu dürfen. Nach einem martialisch pathetischen Orchester-Arrangement als Intro gab es mächtig was auf die Ohren. Schon bei den ersten Klängen vom Opener „Forgiven“ herrschte Ausnahmezustand. Nichts für schwache Nerven, denn wer nahe der pogenden Menge direkt vor der Bühne stand, lebte nicht ganz ungefährlich. Auch bei Perlen á la „Place Taken“ oder „Kiss Me Now, Kill Me Later“ änderte sich an der Bewegungsfreudigkeit der Metalcore-Freaks vor der Bühne nichts. Schnelle, heftige, jedoch ebenso melodische und unglaublich abwechslungsreiche Gitarrenarbeit, fettes Drumming und erwachsenes Songwriting zeichnen „Machinemade God“ genauso aus, wie der abwechselnd aggressive Gesang von Shouter Florian Velten und die cleanen Vocals von Gitarrist Sky Hoffmann. Auch die übrigen „Götter“ Marc Niedersberg an der zweiten Gitarre, Basser David Dattler und Sven Kallinowski am Schlagzeug legten einen Eins-A-Auftritt auf´s Parkett und somit bescherte die Band allen angereisten Musikfreunden eine unvergessliche Konzertnacht.

Das nächste Konzert in der Wolfsklause steigt erst nach der Fastnachstpause. Am 9. Februar sind "Dacia & The Weapons Of Mass Destruction" zu Gast, die Band des ehemaligen "Farmerboys"- und jetzigen "Tarja Turunen"-Gitarristen Alex Scholpp.