„Fear My Thoughts“
lassen die Wolfsklause beben

Zum Metal-Abend mit den Bands „Fear My Thoughts“, „Dioramic“ und „Scars Of My Enemy“ strömten regelrechte Besuchermassen nach Oberwolfach. Schon früh am Abend zierte das „Ausverkauft“-Schild den Eingansbereich unserer „Wolfsklause“.

Ihren vorerst letzten Gig bestritten an diesem Abend die Mannen von „Scars Of My Enemy“. Drei Musiker der Formation aus dem Schramberger Raum steigen zum Jahresende aus und somit liegt die Band erstmal auf unabsehbare Zeit auf Eis. Ihren Fans bot der Fünfer im bereits bestens gefüllten Konzertkeller eine gelungene Abschieds-Show. Ein aggressiver Mix aus Metalcore und Melodic-Deathmetal brachte ordentlich Schwung ins Publikum. Schade, dass man Songs wie „Contradictory“ oder „Close To The Abyss“ live nicht mehr so schnell erleben wird!

Mit der zweiten Band des Abends, „Dioramic“ aus Kaiserslautern, konnten wir eine echte Underground-Perle an Land ziehen. Die sehr experimentelle Musik zog die Leute vor der Bühne von Beginn an in ihren Bann. Durch das Wechselspiel von Härte und Melodie, gepaart mit interessanten eingestreuten Samples, wird der Zuhörer auf eine musikalische Fantasie-Reise geschickt. Kunstvoll werden unterschiedlichste Stilelemente zu einem schlüssigen Ganzen zusammengefügt. Mal hört man die „Deftones“ ein wenig heraus, mal sagen „The Mars Volta“ guten Tag und nach dem nächsten sphärischen Part knallen „Dioramic“ einen satten Metalcore-Fetzen unters Volk. „Ghost In The Machine“, „The Antagonist“ oder das mit einem Techno-Intro ausgestattete „Doom“ wurden mit kräftigen Applaus bedacht. Sicherlich eine der talentiertesten Nachwuchsbands Deutschlands, deren Weg es zu beobachten gilt.

Nun lechzte die mittlerweile brechend volle „Wolfsklause“ nach dem Headliner. Und „Fear My Thoughts“ bescherten der Meute, was sie wollte: hochklassige Metalsongs und jede Menge Pogo-Action auf der Tanzfläche. Schon beim Opener „In The Hourglass“ gab es im Publikum kein Halten mehr. Routiniert und mitreißend zugleich ließen die Freiburger Szenegrößen ihre Hits vom Stapel. Die etwas gemäßigteren und deutlich progressiveren Songs wie „Bound And Weakened“ oder „The Hunted“ vom aktuellen Album „Isolation“ kamen genauso gut an wie das ältere und schnellere Material à la „Windows For The Dead“. Sänger Martin Fischer, der letztes Jahr „Fear My Thoughts“-Urgestein Mathias Benedikt von Ockl am Mirko ablöste, überzeugte durch seine stimmliche Variabilität. Markus Ruf und Patrick Hagmann entlockten ihren Gitarren ein Killer-Riff nach dem anderen und die Rhythmus-Sektion um Drummer Norman Leonhard und Basser Bartosz Wojciechowski trug den Rest zu einem mächtigen Live-Sound bei. Beim Über-Hammer „Sweetest Hell“ tickte die Menge noch mal völlig aus, ehe nach der letzten Zugabe ein ruhiges Outro das Ende eines hervorragenden Konzertes signalisierte.

Das nächste Live-Event in der Wolfsklause steigt am Samstag, den 15. November, wenn die ungarische „Ramones“-Coverband „Ramones Mania“ und die Lahrer Punkrock-Formation „Area 31“ zu Gast sind.