„Born From Pain“ zerlegen die ausverkaufte „Wolfsklause“

Wer sich nicht rechtzeitig um Karten bemüht hatte, schaute leider in die Röhre: das Konzert des holländischen Metalcore-Aushängeschilds „Born From Pain“ in der Oberwolfacher Wolfsklause am 17. Januar war bereits kurz vor 20 Uhr bis auf den letzten Platz ausverkauft – und das obwohl am selben Abend fasnets- und konzerttechnisch einiges geboten war im Kinzigtal.

Doch bevor die teilweise von weit her angereisten Fans ihre Lieblinge bewundern durften, wurden sie von zwei hervorragenden Vorbands auf Touren gebracht. Als Gengenbachs Vorzeige-Metaller „Deadly Silence“ den Konzertabend eröffneten, war die Lokalität bereits rappelvoll. Der schwungvolle Thrash-Core des sympathischen Fünfers kam bei den Zuhörern sehr gut an. Songs wie „This World“, „Shattered Eyes“ oder „Primal Rising“ sorgten für viel Tanzlaune im Publikum. Die Band hat sich definitiv zu einer festen Größe in der Ortenauer Metal-Szene entwickelt.

„Pray For Redemption“ hieß die zweite regionale Band, die sich vor vollem Haus präsentieren durfte. Die Schwarzwälder ließen sich nicht zweimal bitten und servierten den Zuhörern einen Hardcore-Leckerbissen nach dem anderen. Sichtlich angespornt durch die äußerst positiven Reaktionen auf der Tanzfläche lief die vierköpfige Truppe bei Stücken wie „Septic Icon“, oder „A Conversation With The Mirror“ zur Hochform auf. Das abschließende „Affection Fills The Void“ zog den Schlussstrich unter einen starken Auftritt.




Viele Fans stellten sich die Frage, ob „Born From Pain“, eines der wichtigsten europäischen Hardcore/Metal-Schiffe, durch den Weggang seines langjährigen Frontmanns Che Snelting ins Schwanken gerät. Die Antwort lautet ganz klar: nein. Nach mehreren Ersatzsängern brüllt mittlerweile Ex-Bassist Rob Franssen ins Mikro. Musikalisch ist bei „Born From Pain“ alles weitgehend beim Alten geblieben. Die explosive Mischung aus druckvollem New-School-Hardcore, atemlosem Thrashmetal, old-schooligen Gangshouts und düsteren Heavy-Leads zündet noch immer prächtig. Dies zeigte sich, sobald das Intro zu Ende war und die ersten Töne von „Sound Of Survival“, dem Titelstück des aktuellen Albums, erklangen. Im Nu verwandelte sich die „Wolfsklause“ in ein Tollhaus. Gewaltige Breakdowns gingen Hand in Hand mit hastigen Speed-Einlagen, treibenden Grooves und stilsicher platzierten Gitarrensoli. Die Band beobachtete das wilde Treiben auf der Tanzfläche sehr zufrieden und kitzelte bei Knaller-Songs wie „Sons Of A Dying World“, „Rise Or Die“ oder „Relentless“ trotz mittlerweile tropischen Temperaturen das Letzte aus dem Publikum heraus. Der in Deutschland lebende Sänger Rob Franssen hatte das Publikum bombensicher im Griff und überzeugte nicht nur mit seinem Gesang, sondern auch mit kritischen, zum Nachdenken animierenden Ansagen. Nach zwei Zugaben waren sowohl Band als auch Zuhörer mit den Kräften am Ende und so verließen „Born From Pain“ unter frenetischem Applaus die Bühne. Ein echtes Konzert-Highlight!




Das nächste Wolfsklause-Konzert steigt erst nach Fasnacht.