Rockerlebnis mit „Lacuna“ und „Lost Souls In Desert“



Trotz der kürzlich erst zu Ende gegangenen Fasnacht fanden am vergangenen Wochenende erstaunlich viele Besucher den Weg in die „Wolfsklause“. Dort wurde unterhaltsame Rockmusik von den Bands „Lacuna“, „Lost Souls In Desert“ und „Purify“ geboten.

Einigen Besuchern merkte man die närrischen Strapazen jedoch deutlich an, denn die Publikumsreaktionen waren etwas verhaltener als bei anderen Konzerten in Oberwolfachs Musikkeller. An den musikalischen Darbietungen der Bands lag es jedenfalls nicht, denn die war aller Ehren wert.

Den Startschuss gab die im Kinzigtal ansässige Formation „Purify“, deren angenehmer melodischer Alternative-Rock viele Zuhörer überraschte. Der junge Vierer um Sänger und Gitarrist Andreas Harter agierte voller Spielfreude und erntete anerkennenden Applaus. Dass sich „Purify“ seit ihrem letzten Auftritt in der „Wolfsklause“ im Jahre 2008 gut weiterentwickelt hat, war bei Songs wie „Nevermore“, „Bleeding Myself“ oder „Nightrider“ deutlich hörbar.

Als zweite Band rockten „Lost Souls In Desert“ die Bühnenbretter. Alte Hasen waren hier am Werk, die sich aus den Überresten früherer Acts wie zum Beispiel die ehemals regional erfolgreichen „Helios Preach“, zu einer neuen Formation zusammengefunden hatten. Vom Opener „Beautiful“ an merkte man, dass jede Menge Qualität in der Truppe und deren Sound steckte. Wurde das Debütalbum schon mit sehr viel Lob von der Fachpresse bedacht, so dürften die Kritiken zum brandneuen Silberling „Vicious Circle“ noch positiver ausfallen.

„Days Off“ oder „Simple Way“ sind absolute Perlen. Moderner Rock amerikanischer Prägung der Marke „Nickelback“ trifft auf ältere Einflüsse wie „Soundgarden“ oder „Black Sabbath“. Den Fans gefiel der Auftritt der Villinger sehr, nach dem Rausschmeißer „Reason Inside“ war tosender Applaus in der „Wolfsklause“ zu vernehmen.

Mit den beiden Klassikern „Remember“ und „Fault Finder“ zollten „Lacuna“ gleich zu Beginn ihres Sets den zahlreichen treuen Fans aus dem Kinzigtal Tribut, welche die Band nun schon viele Jahre unterstützen und sich auf die Songs aus der frühen Bandgeschichte immer besonders freuen. Die Saarländer hatten aber auch ihr frisch gepresstes neues Album „Oceangoing“ im Gepäck und zeigten, dass die darauf verewigten Songs wie „I.S.I.S.“ oder „Helping Hands“ ebenfalls echte Zungenschnalzer sind. Die Markenzeichen von „Lacuna“ sind rhythmische Gitarrenriffs und stampfende Bässe, gepaart mit tollen Melodien und anspruchsvollem, teils zweistimmigem Gesang der beiden Gitarristen Marko Bach und Fabian Fuchs. Der Vierer nahm das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch alle Band-Epochen und schüttelte ein Rock-Highlight nach dem anderen aus dem Ärmel, um mit „Hidden Behind Arts“, „Sometime Somewhere“ oder „Butterfly Dancer“ nur einige zu nennen. Zu fortgeschrittener Konzertdauer machten sich bei den Fans leichte Ermüdungserscheinungen bemerkbar, so dass sie sich zur Erholung an die Theke zurückzogen. „Lacuna“ ließen sich davon nicht beirren, sondern knallten den Verbliebenen die lautstark geforderten Zugaben um die Ohren. Das grandiose „8920“ stellte zum Abschluss nochmals unmissverständlich klar, welch große Qualität in der Band steckt.

Beim nächsten „Wolfsklause“-Konzert sind am 27. März die Stuttgarter Schwermetaller „Tieflader“ und die fränkische Metal-Band „Hämatom“ (ehemals „Madmixx“) zu Gast, sowie die Fischerbacher Nachwuchsband „Vex“. Im April gibt es dann mit „The Rabble“ Punkrock aus Neu Seeland.